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Hotel des Monats

arrow left Dezember 2012: AlpinLifestyleHotel Löwen & Strauss, Ess Atelier Strauss, Oberstdorf, Deutschland arrow right

Kontaktdaten

 
Hotel: AlpinLifestyleHotel Löwen & Strauss
Adresse: Kirchstr. 1
87561 Oberstdorf
Küchenchef: Peter A. Strauss
Kategorie: Regionale Küche
+49 (8322) 8000 80

Es zieht uns zur Spitze Deutschlands. Ins Allgäu. Zur südlichsten Koordinate des Zipfelbundes. Eine Bilderbuchlandschaft vom Feinsten.

Nebelhorn, Söllereck, Hochtäler, Seen, braune Kühe, Wiesen, Rodelbahnen, Skischanzen, Kneipp, Kluftinger und Käsespatzen.

Wegen letzteren, nein, mehr wegen ihrer lukullischen Verwandtschaft treibt es uns nach Oberstdorf,  815 m über dem Meeresboden gelegen. Der Markt Oberstdorf hat immer Saison, nur im November werden die Bürgersteige hochgeklappt, die 10.000 Einwohner ruhen aus, rüsten Häuser und Betten für den nächsten Ansturm.

Peter A. Strauss, geb. 1971, ist darin keine Ausnahme, allerdings hat er sein ansehnliches Hotel Alpin Lifestyle Hotel “Löwen & Strauss“ bereits 2011 auf den aktuellen Stand gebracht. Auf einen Spektakulären. Im Alpin-Style.

Der gelernte Koch und Restaurantfachmann, stolzes Mitglied der Jeunes Restaurateurs d‘Europe, gebürtiger Allgäuer aus einer Gastronomenfamilie, bringt die besten Voraussetzungen und leidenschaftlichsten Motive für einen mehr als geglückten Hotelumbau mit.

Gelernt hat der sterngekrönte Strauss im Hotel Sonnenalp, 5*, Wellness Resort Ofterschwang, dann ist er 20 Jahre durch die großen Küchen der Welt gezogen, hat u. a. auf der legendären Queen Elizabeth 2. gekocht, bis er 2006 im Königlichen Jagdhaus in Oberstdorf landete. Als Chef de cuisine und Inhaber. Aber er will was ganz Eigenes, Besonderes besitzen, da passt es, dass er das Haus unter dem goldenen Symboltier der Bayern, dem Löwen übernehmen kann.

Bereits im 18. Jahrhundert gab es das Hotel zum Löwen, Mutter Strauss lernte dort vor 57 Jahren (noch immer ein guter Geist!), aber der Zahn der Zeit hatte zu heftig zugebissen, er musste saniert werden. Mit vielen und teuren Implantaten, mit viel Liebe zum Detail, mit innenarchitektonischem Schwung – Architektur eine weitere Obsession Strauss‘ - und einer kongenialen Architektin, Birgit Nicolay, wurde das Haus sieben Monate lang entkernt und umgebaut. Die beiden Restaurants, die 15 Komfortzimmer, die 5 Junior- und 2 Deluxe-Suiten (meistens mit Bergpanorama) wurden auf das neuste Level gebracht. Originell, in Bezug zur Geschichte, Umgebung und Folklore mit hochwertigem Mobiliar, ausgewählten Materialien.

Die Quadratur aus den Grundpfeilern Lifestyle, stilvolle Eleganz, Extravaganz und gemütliche Atmosphäre rundet sich zu einem gelungenen Kreis. Die alpenländischen Zitate Hirsche, Herzen, Edelweiß, Kuhglocken sind bewusst und mit Augenzwinkern eingesetzt. Ein Paradebeispiel ist die ungewöhnlich witzige Lounge, Luis Trenker hat sozusagen seinen Rucksack vergessen... Luxus pur findet sich in den Suiten mit runder, freistehender, in den Raum integrierter Badewanne. Wie ein Küken im Ei geborgen träumst du über die Dächer von Oberstdorf oder in Richtung Skisprung-Schanze. Toppen lässt sich die Entspannung in der kleinen feinen CASA ALP, einer alpinen Wellness-Ruheinsel, innen mit Sauna und Tepidarium, außen auf die Dachterrasse übergreifend.

Der rote Faden - mit Betonung auf rot - zieht sich durch das ganze Haus bis in dieAlpine Löwen Wirtschaft“.  Einheimische und auswärtige Besucher schwärmen vom Krustenbraten (als geschmackiges Tratzerl auch im ESS Atelier Strauss), den Kaasspatzen und Kinder von hausgemachten Fischstäbchen. Raumteiler aus Skistöcken, allerlei Hüttenaccessoires, viele schwarz-weiße Familienfotos verjüngen den müden alten Löwen in den kühn voranstrebenden Alpin-Strauss. Das stille Örtchen amüsiert und erweckt ländliche Kindheitserinnerungen.

Ein hübscher Kontrast gelingt mit dem Gourmetrestaurant ESS Atelier Strauss. Sein Ambiente präsentiert sich elegant-bequem mit den nach Maß gefertigten Altholzmöbeln, dem großzügigen Weinhumidor, dem warm ausleuchtenden Licht aus Edelweißdeckenleuchten. Dank der raffinierten Spiegelwand zur Küche mit kleinen Guckfenstern werden Gäste zu legitimen Voyeuren. Dahinter kocht er, der Meister samt sieben ausgelernten Köchen. In unserem Fall unter einem gewissen Zeitdruck, weil wir entgegen der Abmachung schon eine halbe Stunde eher einlaufen. Sehr hungrig, sehr erwartungsvoll.

Unaufgeregt legt Peter A. Strauss (ob das A. für Ambition steht?) einen Parcours an wunderbaren Gängen hin, wir müssen nur die Schiefertafeln säubern und die Teller leer essen. Und nicht voreilig Brot mit köstlichem Bärlauchschmand, Apfelgrieben, Almbutter mit Bergblüten als Sättigung missbrauchen.

Der Gewürzfenchel harmoniert perfekt zur Jakobsmuschel, selbst für Gegner dieser Knolle.Ungewohnt für uns, mit warmen amuses zu starten und dann mit Orangensorbet zu chillen. Cous Cous, Wildlachs, Brokkolibrösel, mit Maltodextrin verarbeitet, respektvolle Referenz an die Molekularküche?

Weiter geht’s: Saibling mit Apfel-Sago Verjus, gestocktem Trüffelei, Lardo, Kräuterschaum. Ein appetitliches Konstrukt folgt aus Gänseleber und Taubenbrust, Himmel &Erde mit Birne, Kartoffel & geräucherter Blutwurst mit schwarzer Nuss. Die ist durch geläuterten Zucker oxidiert oder wie war das noch…? Genießend lausche ich den Erklärungen der kenntnisreichen Restaurantfachfrau Aldinger, ohne etwas zu begreifen. Kunst und gutes Essen darf man lieben, muss man nicht verstehen.

Der Süßwein von Tschida rundet perfekt, löst die müßige Überlegung. Köstlich brüstet sich das Landschwein, quadratisch arrangiert auf schwarzem Schiefer mit Langustentartar und roter Bete. Die Knusperkruste kracht lautmalend, es geziemt sich, selbstentrückt mit geschlossenen Augen zu speisen. Die Stationen des Parcours streben ihrem Höhepunkt zu.

Filet, Herz, Backerl vom Hochlandrind in appetitlicher Miniatur müssen mit Petersilienwurzel und Schwammerl überwunden werden. Zur Abwechslung auf edlem Porzellan.

Vor der Krönung muss ich passen. Nur meine Augen schwelgen, während meine Begleitung eintaucht in „Süßem Naschwerk“, rekrutiert aus verschiedenen Sorbets, Schokokuchen mit flüssigem Kern, neben einer gastronomisch und politisch korrekten Line aus Knuspercrumbles.

Zum Abschied grüße ich verstohlen den goldenen Löwen an der Hausfront. Er ist eine kulinarische Liebesheirat mit dem Strauss eingegangen. Herzlichen Glückwunsch.

Autor: Margret Buchner

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